Finger weg von Servern der Firma ICO 1

Erstellt von René Keller am 18. April 2009

Ich hatte ja schon lange vor, mal über Server von ICO zu bloggen und mich über die Qualität der Produkte im Vergleich zu IBM-Servern auszulassen. Die Erfahrung der vergangenen Woche hat mich dazu bewegt, dies nun auch mal zu tun.

Leistung gut - Qualität und Server schlecht

ICO-Server bestechen zunächst einmal durch ein gutes Preisleistungsverhältnis. Für sein Geld kriegt man rein faktisch mehr Server-Leistung als bei anderen Herstellern. Daher entschlossen wir uns, gut dimensionierte Server bei ICO auf AMD-Plattform zu bestellen. Die erste Überraschung war, dass offensichtlich bei der Zusammenstellung der Serverkomponenten nicht mitgedacht wird. Aufgrund einer Unaufmerksamkeit auf unserer Seite haben wir 3 Platten als RAID5 mit einem Controller bestellt, der nur 2 Ports hat. Eine Nachfrage erfolgte natürlich nicht, so dass wir diesen im nachhinein gegen Aufpreis nachgeliefert bekamen und austauschen mussten.

Bei der Gelegenheit haben wir uns dann auch einmal das Innenleben ansehen dürfen. Es hat mich sehr stark an die Zeiten erinnert, als man noch selbst Rechner aus Komponenten zusammenbaute. Der Knaller war, dass ein normaler Box-Lüfter von AMD auf dem CPU steckte. Also nicht wie bei IBM-Servern passive - nicht verschleißbare - Kühlkomponenten verbaut werden, sondern ein ganz normaler AMD X2-Standardlüfter, der von einem langlebigen Serverbauteil weit entfernt ist. Aber nicht nur das, er ist auch so positioniert, dass der Kühler nicht von der durchfließenden Luft profitiert, sondern 90° windgeschützt gegen den Strom standhält. Gut, merkt man sich halt, dass man in 2 Jahren mal guckt, ob der Lüfter noch läuft.

Bereits nach einem Jahr machte der Server Probleme mit der ersten Netzwerkkarte - er bootete nur noch mit gezogenen Netzwerkkabel. 1,5 Jahre später rebootete er plötzlich hart und blieb nach dem BIOS stehen mit der Fehlermeldung “No proper boot device found”. Der RAID-Controller konnte nicht initialisiert werden. Erst ein Reset half. Da sich dieser Vorgang nach 2 Tagen wiederholte, haben wir den Server außer Betrieb gesetzt und gründlich überprüft. Leider ließ sich kein reproduzierbarer Fehler identifzieren. Da ab und zu der Start des Systems beim Initialisieren des Netzwerkkabels abbrach, gingen wir davon aus, dass irgend ein Fehler auf der Platine vorliegt.

Mit einer entsprechenden Fehlerbeschreibung kontaktierten wir den ICO-Support. Nach einem Gespräch mit einem Techniker kam auch dieser zum dem Entschluss, dass das Mainboard einen Schaden hat und ausgetauscht werden müsse. Da das Mainboard noch in der Garantie ist haben wir zwei Möglichkeiten:

  1. Wir bauen das Mainboard aus, schicken es zu ICO, die schicken es an TYAN (das dauert allein “nur 5 Tage”) und ICO schickt es an uns zurück. Also knapp 2 Wochen.
  2. Wir kaufen ein neues Mainboard bei ICO, gegen Zahlung per Vorkasse!

Ohne zu wissen, was ich darauf sagen sollte, kontaktierte ich entsetzt zunächst einen Kollegen, der ebenfalls ICO-Server nutzt. Dieser meinte, dass er genau die gleiche Erfahrung gemacht hat. Bei ihm war ein Mainboard nach 3 Wochen defekt und es wurde ernsthaft vorgeschlagen, das Mainboard auszubauen und einzusenden. Nach einem weiteren Telefonat wurde ihm angeboten, ein neues rauszuschicken, wenn er den Betrag als Vorkasse leistete (es handelt sich um einen Defekt nach 3 Wochen Betrieb!). Und erst nach weiteren energischen Telefonaten (hallo, man steht gerade vor einem defekten Server an dem zig Leute arbeiten wollen) entschied sich ICO gnädigerweise, einen Vorabaustausch durchzuführen!

Fazit: Überlegt euch gut, ob ihr Server von ICO einsetzen wollt, wir werden es nie wieder tun!

Beispiel IBM-Server

Seit 2008 kaufen wir nur noch Server von IBM. Die Verarbeitung ist genial. Sämtliche Lüfter können während des Betriebs ausgetauscht werden, es gibt ein Hardware-Diagnose-Panel, außem am Server, Vor-Ort-Garantie, super Verarbeitung und ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der je ein Problem mit einem IBM-Server hatte. Im Gegenteil wird einem stets die Story von dem IBM-Server erzählt, der versehentlich eingemauert wurde und man erst nach 10 wartungsfreien Jahren nach einem Systemausfall auf die Suche nach dem bis dahin problemlos laufenden Server ging.

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